Kategorie: schwarzweiß

„High Key“ das minimum auf maximum

„Alles kann durch das Licht verändert, deformiert oder eliminiert werden. Es ist genauso geschmeidig wie der Pinsel. “ Sagte damals Man Rey, ein Pioneer des Surrealismus und Dadaismus in Fotografie.
Ich finde die Schwarzweißfotografie ist auch eine Art von surrealen Darstellung. Seltener Mensch sieht alles in Schwarzweiß…

Kirsche
Victoria Belikova

Ich muss gestehen, einem Foto, vor allem in Schwarzweiß, den Kontrast zu entziehen und den Schwarz zu verblassen kostete mich ziemlich viel Überwindung. Aber aus Liebe zu Minimalismus und Luftigkeit auf den Fotos der anderen Fotografen, sehe zum Beispiel sehr atmosphärische Landschaftsfotos von Josef Hoflehner, konnte ich mich überwinden und auf den Versuch – ein Monat lang ausschließlich auf diese helle Tonalität zu begrenzen – endlich fokussieren.

Josef Hoflehner

Russischer Winter. Studie 23
Josef Hoflehner

Josef Hoflehners Fotografien von Städten und Landschaften sind voller Stille und Einsamkeit. Er arbeitet hauptsächlich in Schwarzweiß und betont die Beziehung zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen, indem er Figuren oder physische Spuren menschlicher Präsenz gegen große, manchmal unheimliche Leere stellt. Tadellose Komposition und rhythmisches Spiel von Hell und Dunkel, betonen die unglaubliche Tiefe der Leere und Stille.

Stille

In der Tat, als ich die Fotos von Josef Heflehner so betrachtete, dachte ich, ja es ist die Stille, die ich in meinen Bildern jetzt brauche.

Josef Hoflehner

Bei Fotoshootings, die in meinem Terminkalender im Juni-Juli 2020 so standen, habe ich oft speziell präparierte Glasplatte benutzt, die zwar die Scharfe meiner neuen Nikon Z6 entzogen hat, verlieh aber dem Abbild eine Unbewusstheit und Verträumtheit.
Exakt die Verträumtheit assoziiere ich mit Stille. Ich musste feststellen, dass die Leere, die in in den minimalistischen Fotos so bewundere gelang mir noch nicht. Da muss ich noch lange innerlich wachsen.

Langzeitbelichtung

Andere Methode, die mich schon lange nicht loslässt, ist die Langzeitbelichtung. Ich könnte Stundenlang diese Fotos „malen“. Ich denke, dass das bestimmt mit dem Überraschungseffekt zu tun hat, denn Langzeitbelichtung ist eine komplett unberechenbare Technik. Im Schaffensprozess entstehen viele Fotografien, gelungene aber auch nicht ganz.

Diese Art von Fotografie fasziniert mich, jedes Mal entdecke ich etwas neues auf dem Bild, das ich eigentlich schon gesehen habe. Eine wunderbare Technik um High Key Still auszuleben, denn bekannterweise ist die Langzeitbelichtung damit verbunden, extrem lange den Verschluss der Kamera zu öffnen, bis zu 16″ um einen unscharfen Effekt absichtlich zu erzeugen. Somit kommt auf den Träger oft sehr viel Licht und verleiht den Farbigen Gegenständen eine hellere Tonalität.

Einige weitere Bilder arbeitete ich weiter mit meiner spegziellen Glasplatte und machte einige Selbstporträts. Ich merkte, ich könnte die ganze Zeit nur weiter so „malen“, ich sah nicht nur mich oder uns, ich sah nur die Flecke und Linien, die eventuell zu einem Menschen wurden.

Mein High Key Experiment gab mir einige neue Erfahrungen und schenkte neue spezielle Technik. Ich bin überzeugt, dass ich bald einige Serien in diesem Stil produzieren werde.

Dokumentarische Familienfotografie

Wenn Sie an ein Familienfoto-Shooting denken, beginnt Ihr Herz zu klopfen, ein gestrecktes Lächeln wächst auf Ihrem Gesicht und Ihre Beine planen eine dringende Flucht? Dann ist das dokumentarische Fotoshooting genau das, was der Arzt verordnet hat!

Aber selbst, wenn Sie sich vor dem Objektiv großartig fühlen, sollten Sie mindestens einmal in Ihrem Leben mehrere Gründe aufgreifen, um sich mit einem dokumentarischen Familienfotografen zu treffen.

In diesem Beitrag habe ich 10 gute Gründe aufgelistet um ein klares Bild schaffen, warum ich die fotografische Familienreportage gut für jede Familie ist.

1. Deine Atmosphäre

Für ein dokumentarisches Fotoshooting müssen Sie kein Studio mieten – alles kann in der gemütlichen und komfortablen Atmosphäre Ihres Zuhauses oder an jedem anderen Ort geschehen, an dem sich jeder entspannt und wohl fühlt. Möchten Sie auf Ihrer Lieblingscouch entspannen, auf das Bett springen, aus Mehl einen Tornado machen oder sich endlich hinsetzen und schweigend Tee trinken? Bitte schön!

2. Die Magie der Erinnerungen

Natürlich haben schöne inszenierte Fotografien ihre berechtigte Gründe. Aber in unserer Erinnerung schätzen wir kein perfektes Lächeln auf einem wunderschönen Hintergrund, sondern wie wir auf einen Baum geklettert sind, uns die Knie abgerieben haben, zu viel Süßigkeiten gegessen und Bonbonpapier unter dem Sofa versteckt haben. Dokumentarfotografie hilft, diese wichtigen und wertvollen Momente für uns und unsere Kinder zu bewahren.

3. Aussehen, wie Sie wollen

Ihre Frisur lebt ihr eigenes Leben? Ihr Mann hat sein schickes Hemd ruiniert? Und der kleine Rocker hat mit einem Filzstift sich ein paar Tattoos gezeichnet? Das ist großartig! Stellen Sie sich vor, wie cool die Snappshüsse dieser einfachen Minuten des Alltags werden können. Es ist nicht nötig, sich speziell auf das dokumentarische Fotoshooting vorzubereiten und etwas zu verschönern – es geht um unser Leben und um uns selbst.

4. Sei ein Teil

Wenn ein Kind geboren wird, greifen wir zunehmend zu einem Smartphone oder einer Kamera, um den ersten Schritt, den ersten Zahn, die verschmierten Wangen und das schlaue Schielen festzuhalten … Glauben Sie mir, Ihre Kinder werden auch daran interessiert sein, Sie auf diesen Fotos und Ihre Teilnahme an ihrem Leben zu sehen! Ein dokumentarisches Fotoshooting ist eine großartige Gelegenheit, den Moment nicht nur festzuhalten, sondern auch ein Teil davon zu sein.

5. Künstlerisches Sehen

Auch wenn Sie selbst gerne fotografieren, müssen Sie hier nicht über Licht, Komposition, Kamerawinkel nachdenken. Genießen Sie einfach den Moment und der Fotograf kümmert sich um den Rest. Als Ergebnis erhalten Sie viele Aufnahmen, die Sie immer als Abzug bestellen und an die Wand hängen können.

6. Maximale Natürlichkeit

Wir sind keine Engel oder Roboter. Und die Tatsache, dass uns Emotionen nicht fremd sind, ist absolut natürlich und normal. Hier werden Sie nicht gebeten, ein Kind zu lächeln oder zu beruhigen, das nicht in den süßen Rahmen passt. Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von uns real, mit ihren Träumen, Gedanken, Gefühlen, Lachen und Tränen. Und das ist sein Hauptwert.

7. Ihre Lieblinge im Bild


Weil die Erinnerungen an ihre Haustiere so wichtig sein werden!

8. Erfahrungsaustausch

Sie geben Kindern das Wissen, dass Elternschaft nicht nur ein ständiges Lächeln und rosa Schleifen ist, sondern auch harte Arbeit, die nicht verhindert, dass dies das größte Glück der Welt ist!

9. Familienfotoalbum

Jede Familie hat ein Familienfotoalbum in dem Kinder die Geschichte der ganzen Familie verfolgen können. Familienfotos können mit wiederbelebten Erinnerungen verglichen werden, die es Ihnen ermöglichen echte Wärme zu spüren. Es gibt nichts Schöneres als das wirkliche Leben!

10. Jetzt und vor allem jetzt!

Sie müssen nicht auf einen perfekten Moment warten, wenn Sie genug Schlaf bekommen, schlanker werden, Ihre Haare schneiden, aufräumen oder ein neues Kleid kaufen. Der perfekte Moment ist hier und jetzt! Schließlich ist das Leben in all seinen Erscheinungsformen schön. Wenn Sie dies auch fühlen, wissen Sie, wo Sie mich finden können!

Interesse geweckt?

Dann schreiben Sie mir ein Paar Zeilen mit ihren Wünschen: kontakt@victoriabelikova.de

Zauberformel des Erfolgs: Augenblick plus Symmetrie

Ein guter Fotograf ist ein guter Zuschauer…

Meister

Dies ist eines der berühmtesten Fotos von Henri Cartier-Bresson (1908-2004).
Entstanden 1932 in Paris, hinter dem Bahnhof Saint Lazare.
Wenn wir über Cartier-Bresson sprechen, dann ist das erste, woran man denkt ist „L’instant décisif“ – der „entscheidende Augenblick“ – nichts scheint die Fotografien von Cartier-Bresson besser zu beschreiben als diese von ihm selbst geprägte Idee des alles entscheidenden Augenblicks.

Wenn Sie sich das Bild genau ansehen, sehen Sie links das Plakat auf dem Zaun. Und auf dem Plakat – eine kleine Figur einer springenden Ballerina. Sehen Sie, wie interessant der Moment ist: Der springende Mann, der vom Fotografen gefangen wurde und sein Spiegelbild bilden ein unerwartetes Paar. Sie wiederholt tatsächlich seine Pose, springt nur in die entgegengesetzte Richtung, als wäre sie sein Spiegelbild.

Hätte er den Auslöser nur eine Sekunde früher oder später gedrückt – das Foto würde nicht funktionieren.

Dieser Schnappschuss illustriert perfekt die Idee des entscheidenden Moments, in dem plötzlich alle Elemente in Sekundenbruchteilen eine ideale semantische und plastische Komposition bilden. Die Ballerina und der Mann, die Leiter und der Zaun, die symmetrische Gestalten im Hintergrund.

„Versteckte“ Nuance


In diesem Bild beeindruckte mich aber eine andere „versteckte“ Nuance, die, wie ich denke, nur unser Unterbewusstsein wahrnimmt. Meines Erachtens trägt diese leicht übersehbare Feinheit zum größten Teil die Verantwortung für den Erfolg des Bildes.

Betrachtet das das Bild bitte genauer. Welche anderen geometrischen Ähnlichkeiten ergeben sich neben der visuellen Parallele zur Ballerina in dieser Aufnahme?

Die Beine des Springers bilden zusammen mit den Beinen seines Spiegelbildes, genauer gesagt der negative Raum zwischen den vier Beinen, ein regelmäßiges Fünfeck. Diese wiederum entspricht optisch einem anderen Fünfeck, gebildet durch das Spiegelbild des Zauns, des rechten Reifens im Wasser und des hinteren Beines des Springers.


Schauen Sie sich das Spiegelbild des Mannes im Wasser an. Schauen Sie jetzt zum Schornstein auf dem Dach hoch. Sehen Sie es? Tatsächlich wiederholt es sich wieder, auch sie arbeiten paarweise.

Und zu guter Letzt.

Wenn Sie eine Linie zeichnen, beginnend mit der Reflexion und dann durch die Reifen durch das Wasser, dann wiederholt sie die Form des Daches. Die Leiter verläuft parallel zum Zaun und geht damit auch einen visuelle Parallele ein. All dies führt zu einem verdächtig gut durchdachten Schema.

Frage: Wusste Cartier-Bresson davon? Natürlich nicht. So denke ich. Es wäre doch lächerlich, solche Schemata speziell zu inszenieren.
Ich denke, er erkannte die Genialität dieser Komposition und des Augenblicks während der Sichtung des Kontaktabzugs.

Fazit

Bei diesem Werk sieht man deutlich, dass die Komposition der Leim des Bildes ist, komplett unabhängig vom Dargestellten. Einzelne Bildkomponenten führen einen Dialog, entfernen wir auch nur einen Teil, wird es keinen Zusammenhang mehr geben. Dieser Dialog ist weder hörbar noch sichtbar.
Ich bin mir aber sicher, dass dieser Dialog für alle wahrnehmbar ist.

Kurze Video Erklärung:

Quellen

Foto: Internet
Literatur: Александр Лапин „Фотография как“
Susan Sontag „Über Fotografie“
Vortragsreihe: Sascha Manovceva „Regie führen“

Regeln Brechen

Ich akzeptiere die Prinzipien und hasse die Regeln

Henri Cartier-Bresson

Für diese Beitragsreihe setze ich mir folgendes Ziel: Von den Besten lernen)) Denkt bitte an den Like!

Diesmal eine Aufnahme von Sebastião Salgado (1944). The Outskirts of Guatemala City 1978, aus der Reihe: “ Other Americas“. Dieses Bild wirft das ganze „ABC eines guten Fotos“, dass man im Internet finden kann, über den Haufen. Salgado nutzt die bekannte Regel des Framings auf eine völlig unvorstellbare Art.

Sebastião Salgado ist ein großartiger Fotograf. Ich empfehle jedem sein vielfältiges Werk entweder im Internet oder einem seiner vielen Bildbände anzuschauen.

#Komposition

Die Komposition teilt den Raum in zwei separate Universen. Dadurch entstehen tatsächlich zwei Bilder, die sich letztendlich dennoch zu einem Bild kombinieren. In der Mitte des Bildes erscheint auf den ersten Blick nichts Interessantes: Wir sehen Bretter, dem Betrachter wird der Blick auf die Welt dahinter verwehrt, auch wird das Bild dadurch in zwei Teile geteilt. Aber lassen wir unseren Blick zu beiden Seiten der Mitte schweifen, entdecken wir zwei Figuren, ein Mädchen im linken Teil des Bildes und eine Frau im rechten Teil und Dank des Blicks der Frau verbinden sich die zwei Teile zu einem gesamten Bild. Denn würde die Frau nicht zum Mädchen schauen sondern genauso wie diese direkt den Betrachter anschauen, würde dem Betrachter der Impuls fehlen seinen Blick zwischen beiden Personen wandern zu lassen. Die diagonale Blickrichtung der Frau bringt uns zum eigentlichen Schwerpunkt des Bildes – dem Mädchen.

#Glückstreffer?

Sebastião Salgado bezeichnet selber dieses Foto als einen Glückstreffer. Er wollte gerade die Frau im Fensterchen fotografieren, als ein Mädchen mit kandierten Äpfeln vorbei kam.
Sicher entstand nicht nur das eine Foto, sondern er machte einige Aufnahmen dieser Szene, aber ausgewählt hat er exakt dieses Foto. Nicht einfach so. Den Glückstreffer zu erkennen, bedarf viel Erfahrung, und um dabei die Regeln der klassischen Bildkomposition zu brechen bedarf es viel Mut.

Diesen Mut wünsche ich jedem, ob er Fotograf ist oder nicht.

Literatur:
Popular Photography Jan.-Nov. 1991
Vortragsreihe „Regie den Bildes“ Sasha Manovceva
Bild:
Internet

Pepper Nr. 30

„Wage, irrational zu sein, halte dich frei von Formeln, bleibe offen für jeden frischen Einfluss, bleibe beweglich…“

Mit diesen Worten von Edward Weston, möchte ich eine Reihe von Beiträgen beginnen.

#warum
Irgendwann hat man es satt fotografische Kunst mit „mir gefällt’s“ oder „mir gefällt es nicht“ zu kategorisieren. Eines ist klar, keiner zweifelt an seinem Geschmack. Irgendwann möchte man vielleicht wissen, welche Werke gehören zu den weltberühmten Fotografien und vor allem #warum sie dazu gehören, denn manchmal ist dort, wie z.B. auf dem Bild von E. Weston Pepper Nr.30, nur eine Paprikaschote zu sehen.

#kunstwerk
Der Fotograf Edward Weston gehört zu den Meistern der künstlerischen Schwarzweiß-Fotografie. Weston fotografierte Landschaften, Akte und… Paprikaschoten. Diese stammen aus den Jahren 1929 und 1930, seine Bilder sind reich an außerordentlichen Details und feinen Hell-Dunkel-Grau Abstufungen.
Aber nicht nur diese Details zeichnen sein Lebenswerk aus, so Sontag, seine Akte als auch Stillleben wurden um des Formenspiels Willen fotografiert.
Seine Stillleben sind auf eine Art und Weise sinnlich, wie es seine weiblichen Akte kaum waren. Erotischer als diese Paprika ist nur die #muschel, aber mit so schwerer Kost wollte ich meine Reihe nicht beginnen.

#Pepper Nr. 30
Die Paprikaschote ist aus der Nähe aufgenommen und in ihrer Gänze sichtbar, die Haut ist poliert.
Das Ergebnis ist, dass wir die Frucht plötzlich als etwas erotisches wahrnehmen, außerdem bekommen wir haptischen Eindruck des Objekts.
Wenn ich mir diese Paprikagemüse anschaue, schweift mein Blick von unten entlang der „Wirbelsäule“ nach oben, dort schweift mein Blicknach links und rechts, ich kann in diesen Windungen nichts erkennen. Sind das Köpfe? Ich beginne meine visuelle Entdeckungsreise erneut von unten, diesmal auf der rechten Seite. Ich beginne beim „Po“, springe hinüber zum „linken Rücken“ und versuche mich dort zurecht zu finden.

#Rätsel
Ich werde nicht schlau aus diesem Gemüse, hin und wieder schaue ich mir die Paprika an und versuchen das Rätsel zu lösen. Und genau das macht dieses Foto für mich zu einem der größten fotografischen Kunstwerke. Diese geheimen menschlichen Linien, die uns als Betrachter anziehen, uns verwirren und uns ihr Geheimnis nicht offenbaren.

Danke und bis bald
Victoria Belikova

Bild Urheberrechte:

https://www.wikiart.org/de/edward-weston/pepper-no-30-1930

Literatur:

  1. Susan Sontag „Über Fotografie“ 1977

Isolation Nr. 1.

Quarantäne

Während der Quarantäne mache ich fast täglich Bilder von unseren drei Kundern und veröffentlichte diese über Instagram und Facebook. Es soll ein Versuch sein, ein Fototagebuch zu führen. Durch die Quarantäne gab es dafür endlich Zeit und Anlass.


Meine Kinder genossen diesen ersten Monat sehr. Sie erhielten endlich Selbstbestimmungsrechte, sie können lernen wann und wie sie wollen. Manchmal bat ich sie kurz still zu halten, damit ich meine Kamera holen konnte. Manchmal haben sie mit mir auch meine Fotoideen direkt umgesetzt. Dafür danke ich ihnen von Herzen. Jetzt werden ihre Kinderfotoalben mit ungewöhnlich vielen schwarzweiß Fotografien bereichert.

Nur Schwarzweiß?

Da das Anliegen der Schwarzweißfotografie die Reduktion auf Struktur, Licht, Schatten und die Abstraktion ist, ermöglicht sie dem Fotografen den Blick des Betrachters auf das Wesentliche zu lenken. Außerdem empfand ich viele Farben in der Situation als deplatziert.

Ich liebe schwarzweiß Bilder über alles, aber ich musste feststellen, dass nicht alle Lichtverhältnisse und Motive dafür geeignet sind. Beispielsweise das Foto Margarita am Fenster, das auch von Vogue veröffentlicht wurde, erschien in schwarzweiß weniger vorteilhaft. Ich änderte deshalb meine hohen Ansprüche an mich selber und nahm das eine oder andere farbige Bild in die Serie auf.

Zum Schluss

„Wenn ich die Geschichte in Worten erzählen könnte, bräuchte ich keine Kamera herumzuschleppen“ sagte einst Lewis Hine, deshalb belasse ich beim Versuch, einen guten Text über meine Intentionen zu schreiben sein und wünsche viel Spaß beim Betrachten der Bilder.